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Moderne Geschichte der Hydrokultur

Pflanzenwachstum in einem Kulturmedium ohne organische Substanz war einigen Forschern schon früh bekannt. Im 18. Jahrhundert gab es in England erste Erkenntnisse, im 19. Jahrhundert wurden zahlreiche Versuche in Deutschland unternommen. Den Durchbruch schaffte Freiherr Justus von Liebig (1803-1873), der feststellte, dass sich Pflanzen anorganisch ernähren. Die Vorteile der Hydrokultur wurden erkannt und ein gezielter Anbau in diesem System gefördert, auch in den USA. Frischgemüse zur Versorgung der amerikanischen Truppen im 2. Weltkrieg wurde in „Hydroponic“ auf Felseninseln gezogen.

In Deutschland startete den professionellen Anbau von Pflanzen 1940 ein westfälischer Gärtner, F. Hörnung in Steinheim, der hauptsächlich Schnitt-Anthurien in guter Qualität produzierte. 1947 erzielte Prof. Dr. Penningsfeld in Weihenstephan vielversprechende Ergebnisse bei Versuchen zur Kultivierung von Schnittblumen in Hydrokultur. Als Substrat diente Bimskies und Ziegelsplitt. Mit Substraten und Gefäßen experimentierten Gärtner in Deutschland weiter: Lava, Schlacke, Bimskies und Kunststoffborsten wurden verwendet. Sie wurden in Gläser oder Töpfe eingesetzt, durch die die Pflanzen wurzelten.

Den Durchbruch erreichte die Hydrokultur mit geblähtem Ton als Substrat. Dieser ist neutral, leicht im Gewicht und weist die benötigte Kapillarität auf. Er ist pflanzen- und nutzerfreundlich. Gerhard Baumann aus Bern kam auf diese Idee, geblähten und gebrannten Ton einzusetzen. Er schaffte auch ein System aus Bodengefäß, Kulturtopf und Wasserstandsanzeiger.
Willi Ball (Gaggenau) und Wolfgang Mohr (München) griffen dieses Luwasa-System 1967 auf und setzten es in Deutschland für den Erwerbsgartenbau um. Die beiden Pioniere stellten entscheidende Weichen, auch für die Pflanzenauswahl. 1974 wurde das erste Hydrokultur-Fachgeschäft in München eröffnet, 1977 der Fachverband deutsche Hydrokultur gegründet, zunächst als Sondergruppe.

Wolfgang Mohr

1974: Wolfgang Mohr (links) im Fachgespräch mit Herrn Prof. Dr. Penningfeld

Heinz Boymann, Hans-Jürgen Pluta,  Wolfgang Mohr und Gunter Gregg

21.10.1976: Heinz Boymann, Hans-Jürgen Pluta, Wolfgang Mohr und Gunter Gregg diskutieren über die Züchtung der Spatiphyllium

Seither wird das System verfeinert, die Pflanzenauswahl erweitert und der Einsatz in der Raumbegrünung optimiert. Der Fachverband unterstützt Versuchsanstellungen, fördert die Übernahme der Ergebnisse in die Praxis, regt den kollegialen Austausch an und lenkt die Aufmerksamkeit der Bevölkerung bei Messen, Gartenschauen und durch Veröffentlichungen auf die Hydrokultur.

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